Bepackt mit Schlagkissen und anderen Arbeitsutensilien, fuhren wir Ende April in den Süden Italiens. Eine Schweizerin, welche seit vielen Jahren in Apulien lebt, wünschte sich schon lange einen Wen- Do Kurs an ihrem Wohnort durchführen zu können.
In der Nähe von Tricase, südlich von Lecce, in einem alten Pallazzo mit freier Sicht zum Himmel, übten wir die Wen Do- Techniken. Über zehn Frauen von und um die Frauengruppe fuirosa nahmen daran teil.
In Martina Franca, in der Nähe von Bari, hat die Organisation Sudestdonne Kurse organisiert und via Plakate in verschiedenen Ortschaften mobilisiert. Die Wen-Do Kurse waren Bestandteil einer politischen Kampagne namens "rompiamo il silenzio", "brechen wir das Schweigen" - gemeint ist die sexistische Gewalt gegen Frauen. Es meldeten sich so viele Frauen, dass wir den Kurs doppelt durchführen konnten und dennoch konnten nicht alle Interessierten teilnehmen.
Glücklicherweise konnten wir bei einem lokalen Schreiner zusätzliche Bretter zum Brechen/Durchschlagen organisieren, sodass alle Frauen, die es wollten, diese wundervolle Erfahrung machen konnten.
Powervoll und interessiert waren die Frauen mit dabei. Eindrücklich war die Bereitschaft, Anmache und sexistische Gewalt nicht hinzunehmen, sondern zu lernen sich zu wehren, sich drauf einzulassen, die Opferrolle zu brechen und Respekt und Achtung einzufordern. Bemerkenswert war auch die erlebte Solidarität unter den Teilnehmerinnen während der Kurse.
Einmal mehr zeigte sich für uns die menschliche und politische Stärke von Wen-Do.